Die beiden wichtigsten der fünf Durchführungswege, sind die Direktzusage und die Direktversicherung.

 

Bei einer Direktzusage bildet der Arbeitgeber Rückstellungen für die betriebliche Altersversorgung und zahlt später die monatliche Rente aus (oft nur in großen Unternehmen). Sollte der Arbeitgeber Insolvenz anmelden, übernimmt der Pensions-sicherungsverein (PSVaG) die Zahlung der Rente. Da es sich hier um reine Arbeitgeberleistungen handelt, besteht bei Ausscheiden aus dem Unternehmen kein Anspruch darauf, die Versorgung mit eigenen Beiträgen weiter aufzubauen. Erworbene Anwartschaften bleiben jedoch erhalten. Die Riester-Förderung ist hier nicht möglich.

 

Bei einer Direktversicherung ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und schließt bei einer Versicherungsgesellschaft einen Vertrag auf das Leben seines Arbeitnehmers ab. Der Arbeitgeber zahlt direkt aus dem Brutto-Einkommen des Arbeitnehmers in die Rentenkasse ein. Auch der Arbeitgeber kann einen Zuschlag zahlen (oftmals 50 % der Einzahlungen des Arbeitnehmers). Bei vereinbartem Rentenbeginn sind der Arbeitnehmer selbst oder seine Angehörigen bezugsberechtigt.

Gut zu wissen: Die Direktversicherung:
  • der Arbeitgeber darf die Versicherung nicht verpfänden, beleihen oder abtreten,
  • die Überschussanteile dürfen nur zur Verbesserung der Leistung verwendet werden,
  • Falls Sie als Arbeitnehmer aus dem Unternehmen ausscheiden, können Sie die Versicherung mit eigenen Beiträgen fortsetzen.

Die Direktversicherung verursacht wenig Verwaltungsaufwand, da die Versicherungsgesellschaft die Kapitalanlage und Kapitalverwaltung übernimmt und für die Auszahlung der Versorgungsleistungen zuständig ist. Bei Insolvenz des Arbeitgebers sind die Anwartschaften deshalb auch nicht gefährdet.

 

Weitere Durchführungswege der bAV sind die Pensionskasse, Pensionsfonds und Unterstützungskasse.

 

Bei den Pensionskassen und Pensionsfonds handelt es sich um rechtsfähige Versorgungseinrichtungen, die die bAV durchführen und dem Arbeitnehmer oder seinen Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch gewähren. Sie unterliegen der Versicherungsaufsicht und werden von einem oder mehreren Unternehmen getragen. Die Arbeitgeber zahlen die Beiträge. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, sich finanziell daran zu beteiligen. Die Riester-Förderung ist hier grundsätzlich möglich.

Die Kontrolle der Pensionskassen erfolgt durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Auch bei Insolvenz des Arbeitgebers werden die Leistungen erbracht. Grundsätzlich kann diese Vorsorge mit eigenen Beiträgen fortgeführt werden, wenn der Arbeitnehmer mit einer unverfallbaren Anwartschaft auf eine bAV aus dem Unternehmen ausscheidet.

 

Den Pensionsfonds gibt es seit 2002. Er soll ein europataugliches Instrument der bAV sein durch die Vorteile der Sicherheit einer Pensionskasse und den Renditechancen von Investmentfonds. Arbeitnehmer können sich mit Beiträgen aus einer Entgeltumwandlung am Pensionsfonds beteiligen. Pensionsfonds unterliegen der Aufsicht der BaFin und der Insolvenzsicherungspflicht beim Pensions-Sicherungs-Verein. Riester-Förderung ist hier auch grundsätzlich möglich. Die Altersvorsorge kann mit eigenen Beiträgen weiter aufgebaut werden, wenn der Arbeitnehmer mit einer unverfallbaren Anwartschaft aus dem Betrieb ausscheidet.

 

Die Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung, die bAV ohne Rechtsanspruch in Aussicht stellt. Sie wird von einem oder mehreren Unternehmen gebildet und dient dem Arbeitgeber zur Finanzierung und Erfüllung seiner Versorgungszusage an den Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Leistungen gegenüber der Unterstützungskasse sondern nur dem Arbeitgeber gegenüber. Das eingezahlte Kapital in die Unterstützungskasse soll möglichst gewinnbringend angelegt werden, um später die Betriebsrenten zahlen zu können.

 

Wenn die Mittel der Unterstützungskasse zur Finanzierung der Betriebsrente nicht ausreichen, muss der Arbeitgeber einspringen und den Rest der zugesagten Betriebsrente selbst aufbringen. Bei Insolvenz des Arbeitgebers sichert der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) die erworbene Versorgungsleistung des Arbeitnehmers.