Private Unfallversicherung - worauf sollte man achten?

Die Unfallversicherung stellt eine wichtige private Absicherung dar. Sie schützt die versicherte Person vor den teils erheblichen finanziellen Folgen eines schweren Unfalls, z. B. durch:

  • Umbau der eigenen Immobilie oder Umzug in eine barrierefreie Wohnung
  • Umbau des Fahrzeugs
  • Verbesserte medizinische Versorgung
  • Besondere Therapieformen, z. B. Delfintherapie
  • Ausgleich des Einkommensverlustes

Aufgrund der großen Bedeutung der Unfallversicherung ist es wichtig, vor dem Abschluss die Tarife genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei spielen mehrere Kriterien eine große Rolle:

 

Erweiterung des Unfallbegriffs:

Viele Unfallereignisse fallen nicht unter den Schutz der allgemeinen Versicherungsbedingungen, weshalb die Erweiterung des Unfallbegriffs von großer Bedeutung ist. Eine besonders kundenfreundliche Erweiterung kann unter Umständen den Unterschied zwischen finanzieller Absicherung und Ruin bedeuten. Z. B. bieten die Erweiterung "Eigenbewegung" nur etwa

10 Prozent der Tarife an, und wie schnell rutscht man beim Sport mal aus.

Beispiel:

Ein Fußballspieler rutscht beim Training aus (Eigenbewegung). Sein Fuß wird dabei so schwer verletzt, dass er dauerhaft funktionsuntauglich ist. Gemäß Gliedertaxe bekommt er einen Invaliditätsgrad von 50 Prozent zugesprochen. Seine Invaliditätsgrundsumme beträgt 50.000 € und 500 % Progression. Er erhält also eine Zahlung von 75.000 €. 

Ohne die Erweiterung "Eigenbewegungen" wäre der Versicherer zu keiner Leistung verpflichtet.

 

Gliedertaxe

Je kundenfreundlicher diese Gliedertaxe gestaltet ist, desto höher ist die Höhe der Versicherungsleistung.

In der Gliedertaxe werden meist nur Gliedmaßen und Sinnesorgane definiert. Einige Versicherer haben mittlerweile auch innere Organe in die Versicherungsleistungen aufgenommen, was für die Versicherten größere Rechtssicherheit bedeutet.

 

Progression

Die Kostenbelastung nach sehr schweren Unfällen mit hohen Invaliditätsgraden ist in aller Regel besonders hoch. Aus diesem Grund sollte die Versicherungssumme nicht linear zum Invaliditätsgrad steigen, sondern bei höheren Graden stärker ansteigen. Hierfür stehen verschiedene Progressionsstaffeln zur Verfügung.

Die gängigsten sind die 350 %- und 500 %-Progression. Diese sind nach allgemeiner Auffassung auch die bedarfsgerechtesten.

 

Kosten

Je nach Tarif können Kosten im Schadenfall übernommen werden, obwohl keine dauerhafte Schädigung eingetreten ist. Es handelt sich um Bergungs- und Suchkosten, Kosten für kosmetische Operationen oder Kurkosten. Diese Kosten sind je nach Tarif auf unterschiedliche Höhen begrenzt.

 

Welche Versicherungssumme sollte gewählt werden?

Faustregel: Im Höchstschadenfall sollten drei bis fünf Jahresgehälter zur Verfügung stehen. Bei einer 500 %igen Progression kann daher eine Invaliditätsgrundsumme in Höhe eines Jahresgehaltes als passend angesehen werden. Je nach persönlichem Bedarf, falls es z. B. auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt, kann die Summe nach unten oder nach oben angepasst werden.

 

Unfallrente

Vorrang sollte immer eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, da diese nicht nur nach Unfällen, sondern auch krankheitsbedingt leistet.

 

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Todesfallsumme

Die Kosten für eine Beerdigung sollten nach einem Unfalltod abgedeckt sein (ca. 5.000 - 10.000 €).

Die Invaliditätsleistung aus einer Unfallversicherung wird frühestens 12 Monate nach einem Unfall ausgezahlt. Deshalb ist es ratsam, die Todesfallsumme in einer Unfallversicherung zu haben, da diese innerhalb der 12 Monate als Übergangsleistung ausbezahlt wird. Solch eine Übergangsbeihilfe wird durch moderne Unfalltarife über verschiedene Bausteine abgedeckt, z. B. "Sofortleistung bei Schwerverletzung" oder "Verbesserte Übergangsleistung".

 

Unfall-Krankenhaustagegeld

Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt müssen gesetzliche Krankenversicherte 10 € pro Tag (max. 28 Tage im Jahr) zuzahlen. Durch Vereinbarung eines Krankenhaustagegeldes kann diese Zuzahlung abgesichert werden.

Für krankheitsbedingte Krankenhausaufenthalte sollte eine stationäre Krankenhauszusatzversicherung und/oder Krankenhaustagegeldversicherung in Betracht gezogen werden.

 

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